Ein Markgräfler, dessen Herz für den FC Bayern München schlägt


BZ-SERIE BEKANNTE WEILER: Günter Fazis, einst Torhüter des SV Weil, fährt zu jedem Spiel des Deutschen Meisters und gründete im Dreiländereck einen Fanclub.
























WEIL AM RHEIN (mme). Über drei Dinge kann Günter Fazis genaue Auskünfte geben: das sind die Weiler Straßennamen, wo die einzelnen Straßenlampen stehen und natürlich über den FC Bayern.

Der am 16. Februar 1957 geborene Haltinger verbrachte seine ersten drei Lebensjahre in der sogenannten "Barackensiedlung". Daran hat er natürlich keine Erinnerung mehr, aber wie er als Jugendlicher seine ganze Freizeit auf dem Bolzplatz im Oberdorf verbrachte, das weiß er noch allzu gut. Er gab dafür sogar das Turnen beim TV Haltingen auf, um beim SV Weil das Tor zu hüten. Wie war das schön, als sein Vater zu den Ersten gehörte, die einen Fernseher hatten und bei Fußballübertragungen die Stube immer voll war. Als Neunjähriger verfolgte er die WM in England, als Beckenbauer seine fußballerische Geburtsstunde hatte.

Seit dem 10. September 1966 ist er FC Bayern München Fan. An diesem Tag war Günter Fazis im Karlsruher Stadion, als die Mannschaft 6:1 siegte. Ein Originaltrikot von Sepp Maier war als Jugendlicher sein ganzer Stolz. Seit 15 Jahren besitzt er eine Dauerkarte und fährt so oft es geht mit Ehefrau Angelika, die seine Leidenschaft für Fußball und Motorrad fahren mit ihm teilt, nach München. Bei schönem Wetter geschieht das meist auf der BMW. Viele Freundschaften sind mittlerweile entstanden, nicht nur im Stammhotel in Auing am Wörthersee, wo meist übernachtet wird.


Um bei Auswärtsspielen besser an Eintrittskarten zu kommen, gründete er mit 74 Gleichgesinnten Ende 2012 in Eimeldingen den "FC Bayern Fanclub Markgräflerland" und übernahm den stellvertretenden Vorsitz. Inzwischen ist das Vereinslokal des monatlichen Stammtischs in der Kanderner Sonne.

Dass Günter Fazis, wie eingangs erwähnt, in Weil am Rhein fast jede Straße und jede Straßenlaterne kennt, hat mit seinem Beruf zu tun. Nach der Lehre zum Elektriker bei der Haltinger Firma Henschel, die er sehr abwechslungsreich fand, umso mehr, da er bei Installationen in zahlreiche Häuser kam, wechselte er zum städtischen Betriebshof. In den rund zehn Jahren wurde manche neue Straße angelegt und mit Laternen bestückt. Es entging ihm keine defekte Lampe und noch heute fällt ihm auf, wenn irgendwo mal eine nicht brennt.

Im Alter von 40 Jahren bewarb er sich als Hausmeister an der Leopoldschule. Es war Zufall, dass zuvor sein Onkel bereits diesen Posten innehatte. Aus gesundheitlichen Gründen wechselte er vor drei Jahren in den Gemeindevollzugsdienst und überwacht seither den ruhenden Verkehr. Für eine Prognose, wie es für den FC Bayern in der Champions League ausgeht, war er nicht zu erreichen.


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